Das war am 24.01.2001

und in der Zeitung am 25.01.2001 stand dann das folgende.....

Der Link zur Abendblattseite findet seitens der Zeitung nicht immer seinen Weg. Daher ist der Text hier unten im Anschluß zu lesen. (Geht man aber in das Archiv der Zeitung vom 25.01.2001 so ist der Artikel aufzurufen.

Der Rundfunk NDR 90,3 sendete am nächsten Morgen dieses

 

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Sorge dich nicht, lebe!

               Am Tisch von Bernd Wegner kam niemand
               ohne Lächeln vorbei


               Von ANDREAS BURGMAYER

               Der Korken ploppt aus dem Flaschenhals,
               Piper-Heidsieck spritzt über den Rathausmarkt, der
               Lachshappen ist auf dem kleinen, mit weißer
               Tischwäsche gedeckten Camping-Tischchen
               angerichtet, und Bernd Wegner sitzt davor in einem
               Regiestuhl. Seine Krawatte mit gelben Smileys
               flattert in der steifen Brise, die um das Rathaus fegt.
               Wegner hebt das Champagner-Glas, der Piper
               sprudelt schäumend über dessen Rand, Wegner
               prostet einem verwirrten Passanten zu und trinkt.
               Was um Gottes Willen gibt es an diesem
               verregneten 24. Januar, einem stinknormalen
               Mittwoch, für diesen Mann in aller Öffentlichkeit zu
                feiern? "Das Leben", sagt Bernd Wegner.
                Genauer gesagt, die Hälfte seines Lebens. "Ich bin
                jetzt 52½ Jahre alt. Und ich möchte gerne
                105 Jahre werden. Ich dachte, das sollte ich feiern."
                also ist der Mann ein Spinner, ein Verrückter, einer
                dieser durchgeknallten
                Fußgängerzonen-Lebenskünstler. "Nein, nein", sagt
                der gut gekleidete Mann aus Rahlstedt, "ich bin
                selbstständiger Seminarleiter. Ich helfe Arbeitslosen
                auf dem Weg in die Unternehmensgründung." Diese
                Aktion mit dem Tisch auf dem Rathausmarkt - so
                was habe er noch nie gemacht. Unheimlich
                aufgeregt sei er. Tatsächlich zittern Wegners Hände,
                als er die Butterdose aus Keramik öffnet und sich
                mit einem Silbermesser Butter aufs nächste
                Lachsbrötchen schmiert.
                    Was aber soll dann das Ganze? Hat er nichts
                Besseres zu tun? Nein, hat er nicht. Seine Maxime
                sei das Streben nach dem kleinen Glück, dem
                "Zauber des Augenblicks",der das Leben ausmache
                Danach lebe er, seit seine Frau vor fünf Jahren an
                Krebs gestorben sei. "Das Materielle, dieses
               Gerenne nach Erfolg, Geld, dem großen Glück - das
               hat doch alles keinen Sinn." Nur das eine Leben
               habe er, diese paar Jahre. "Wenn ich mich nur an
               den Tagen freue, an denen das Wetter gut ist, dann
               fehlt mir doch eine ganze Ecke!"
               Das ruft er einem Passanten auf dem
               Rathausmarkt hinterher, der sagt, bei so einem
               "Schietwedder" könne er keine gute Laune
               bekommen. Wegner sagt: "Dafür bin ich heute hier:
               Ich will, dass all die schlecht gelaunten Hamburger
               kurz verweilen, vielleicht lachen und einfach das
               kleine Glück im Leben erkennen." Und das könne ein
               singender Vogel sein, eine schöne Blume. Die
               Erinnerung an einen glücklichen Moment im Leben
               oder eben das Lächeln über einen Mann, der
               Champagner auf dem Rathausmarkt trinkt. Wegner
               rät verkrampften Karrieristen: "Im Beruf müssen
               wir zufrieden sein mit dem, was wir geleistet haben
               und es nicht ständig negieren." Glücklich zu sein
               könne jeder lernen: "Jeder sollte sich fragen, ob er
               lieber glücklich oder unglücklich ist. Damit ist die
               Entscheidung schon gefallen - gegen das
               Unglücklichsein", sagt Wegner.
                   Mit seinem kleinen Glück möchte er demnächst
               ins Internet: Die Domain www.kleines-glueck.de sei
               gesichert. Darauf plane er Texte und Tipps zum
               kleinen Glück und die Vorstellung seines großen
               Projekts, eines Kalenders für das Jahr 2003: "Keine
               Pferde, keine Schiffe, keine Katzen: Nur mit
               glücklichen Menschen als Motiv", sagt Wegner. Der
               soll dann in allen Büros, Agenturen und Geschäften
               hängen und die Leute daran erinnern, dass das
               Leben schön ist.
                    Niemand läuft an diesem verregneten Mittwoch
               an Wegners Tisch vorbei, ohne ein Lächeln auf den
               Lippen. Bernd Wegner ist das mehr Wert als eine
               Million Mark: "Wer wird schon Millionär? Dieses
               Lächeln, das kann ich jeden Tag haben - wenn ich
               nur will." Den Bürgermeister hatte er auf einen
               Lachshappen noch eingeladen. Der konnte nicht,
               weil er eine Firma besichtigte, ließ aber schön
               grüßen. Und vielleicht hat Runde ja auch gelächelt,
               als er von der Einladung hörte - womit Wegner
               seine Mission ein weiteres Mal erfüllt hätte.


               Was bedeutet Glück für Sie?


               Die kleinen Augenblicke im Alltag, die einem den
               ganzen Tag retten können. Das Abendblatt fragte
               bei prominenten Hamburgern nach: Was ist für Sie
               das kleine Glück?
               Star-Coiffeur Gerhard Meir (pendelt zwischen
               seinen Friseur-Salons in Hamburg und München):
               "So ein richtiges kleines, privates Glück wäre für
               mich, an einem Dienstag, wenn ich eigentlich in
               Hamburg tätig bin, einfach mal nicht zu arbeiten,
               mich in meine neue Wohnung in Harvestehude zu
               setzen und Klassik Radio zu hören."
 

               Bischöfin Maria Jepsen: "Mit meinem Mann zwei
               Stunden an der Alster, Elbe oder Nordsee spazieren
               zu gehen - egal, bei welchem Wetter. Das macht
               mich glücklich."
 

              Hartmann-Model Marie Amihere: "Jeden Morgen
              in das Gesicht meines Freundes zu schauen. Und
              dass es meiner Mami und meinen vier Geschwistern
              gut geht."
   

                Nikolaus W. Schües, Präsident der
                Handelskammer Hamburg: "Das kleine Glück für
                mich: Das Lächeln meines Enkels."
               

                Maria Ketikidou, Schauspielerin (Großstadtrevier,
                Sterne des Südens): "Für mich ist das mein
                klassisches Sonntagsfrühstück bei meinen Eltern. Da
                sitze ich mit meinem Vater Elias und meiner Mutter
                Anatoli mindestens vier Stunden zusammen - jeden
                Sonntag. Wir reden und lesen uns aus drei
                verschiedenen Zeitungen vor."

                Zum Schluss noch ein Tipp für Lernwillige:

                Das  "Abc des Glücklichseins" findet sich im Internet unter
                "www.zeitzuleben.de/inspiration.html ". Das Abc
                hat die Hamburger Diplom-Kommunikationswirtin,
                Autorin und Trainerin Tania Konnerth geschrieben.
                Von A bis Z finden sich hier praktische Anleitungen,
                wie Sie jeden Tag ein wenig glücklicher verbringen
                können.   (cls/abm)